Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer

Statement

Gegenwärtig scheint der Verzicht auf Macht vielen der einzig angemessene Weg zur Lösung der vielfältigen Probleme zu sein. Aber Macht ist nicht aus sich heraus gut oder schlecht. Macht bedeutet, dass wir etwas machen, gestalten können und zugleich einen Auftrag haben, zu gestalten und Verantwortung wahrzunehmen für die Welt, die Gesellschaft, in der wir leben und die Kirche, in der wir glauben (wollen). Darum ist es an uns allen, die eigene Macht für ein Mehr an Humanität und Gerechtigkeit einzusetzen. Macht meint dann nicht vorrangig das Erklimmen immer höherer Karrierestufen, sondern auch und gerade Fußwaschung.

Vita

Prof. Dr. theol. Ursula Nothelle-Wildfeuer, verheiratet, 5 erwachsene Kinder, promovierte nach dem Studium der katholischen Theologie und Germanistik 1990 an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn zum Dr. theol. und habilitierte sich ebd. 1997 für das Fach Christliche Gesellschaftslehre. Nach diversen Lehrstuhlvertretungen und Lehraufträgen ist sie seit dem Wintersemester 2003/04 ordentliche Professorin für Christliche Gesellschaftslehre an der Theologischen Fakultät Freiburg. Ihre derzeitigen Forschungsschwerpunkte sind u.a. Kirche und Religion in Staat und Gesellschaft; Soziale Gerechtigkeit und Sozialstaat; Geschichte und Entwicklung kirchlicher Sozialverkündigung und christlicher Gesellschaftslehre, die Frage nach der Ordnungspolitik und Ordnungsethik. Neben der universitären Lehr- und Forschungsarbeit ist sie in zahlreichen Kommissionen von Politik, Universität und Kirche als Beraterin tätig. Darüber hinaus arbeitet sie ehrenamtlich in vielfältigen kirchlichen und gemeindlichen Feldern mit, u.a. als Vorsitzende des ökumenischen Vereins LebensRaum Kirche, der Träger eines Citykirchen-Projekts in Sankt Augustin ist.