Prof. Dr. Rainer Bucher

Statement

Das Christentum ist die „einzige Religion, die sich als Kirche organisiert hat.“ (M. Foucault) Das bedeutet: Einige sind „kraft ihrer religiösen Eigenart befähigt“, über andere „eine ganz eigentümliche Form von Macht“ auszuüben: die “Pastoralmacht“. Sie bewacht und überwacht und sie bezieht sich auf alles im Leben und auf das gesamte Leben.

Der Beichtstuhl ist daher für die Pastoralmacht wichtiger als der Altar. Mit dem Beichtstuhl aber ist es vorbei. Kapitalistische Gesellschaften haben subtilere Steuerungstechniken entwickelt. Der fundamentale Machtverlust der Religionen macht die Mechanismen der kirchlichen Machtausübung zugleich sichtbar und überflüssig. Was nun?

Vita

Prof. Dr. Rainer Bucher, geb. 1956, Studien der Theologie und Germanistik in Freiburg/Br. und Würzburg, dort 1986 fundamentaltheologische Promotion zu Friedrich Nietzsche, 1986-1990 Akad. Rat am Lehrstuhl für Kirchengeschichte und Patrologie der Fakultät Katholische Theologie der Universität Bamberg, 1991-1999 Referent bei der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk, Bonn, 1996 Habilitation für das Fach Pastoraltheologie bei Prof. Ottmar Fuchs, Bamberg, mit einer Arbeit zur Pastoral- und Theologiegeschichte Deutschlands in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert. Seit 1.1.2000 Universitätsprofessor und Vorstand des Instituts für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie an der Fakultät Katholische Theologie der Universität Graz.
Veröffentlichungen zum Thema: Christentum im Kapitalismus. Wider die gewinnorientierte Verwaltung der Welt, Würzburg 2019, … wenn nichts bleibt, wie es war. Zur prekären Zukunft der katholischen Kirche, 3. Auflage, Würzburg 2017, (Hrsg.) Nach der Macht. Zur Lage der katholischen Kirche in Österreich, Innsbruck-Wien 2014.